Quid pro quo

Was für eine Irrfahrt... Zwei Stunden quer durchs deutsch-holländische Grenzland um mit einem Kumpel "Status Quo" in Hellendoorn zu sehen. An der Kasse der Schock: 45 Euro für das Ticket! Zähneknirschend bezahlt, schließlich will man den langen Weg nicht umsonst gemacht haben. Leider spielten die Herren schon eine geraume Zeit, so dass wir knapp 45 Minuten Show gesehen haben...Ein Euro die Minute...die teuerste Jukebox aller Zeiten! Kien "Natt und drög" und dann weer nach Huus! Immerhin: Im Konvoi hinter dem Tourbus der Truppe nach Deutscheland zurückgezuckelt..

Wie hieß noch das neue Album? Quid pro quo! Na,ja - etwas einseitig war´s schon gestern abend. Schätze, wir haben noch eine Rechnung offen...

 

No line on the horizon in Gelsenkirchen...

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U2 live auf Schalke. Foto: Hanken

 Müde und kaputt komme ich gerade von einer Stippvisite bei meinem Kumpel Nordi zurück. Gemeinsam ging´s nach Gelsenkirchen, wo die irische Superband U2 zum Konzert in die Veltins-Arena gebeten hatte. 70.000 Fans verwandelten das Stadion in einen Hexenkessel. Als die Band um Bono und Co. gegen 21.10 Uhr die Bühne betrat war die Stimmung auf dem Siedepunkt. Zwei Stunden lang feierten die Iren ihre größten Hits ab und dazu jede Menge Stücke ihres neuen Longplayer "No Line on the Horizon". Apropos: "No Line on the Horizon" gab´s anschließend auch auf dem Parkplatz des Stadions. Geschlagene zwei Stunden mussten wir in der Parkposition verharren, bis wir das Areal endlich verlassen konnten. Nix ging mehr! Die Supershow der Band entschädigte jedoch reichlich dafür. Eigentlicher "Star" des Abends war jedoch die Bühne: die spinnenartige Stagekonstruktion erlaubte einen Rundum-Blick und ließ dem ein oder anderen Zuschauer des öfteren die Kinnlade runterklappen.
Hier die Setlist:

Breathe
No Line On The Horizon
Get On Your Boots
Magnificent
Beautiful Day
Elevation
I Still Haven't Found What I'm Looking For
Stuck In A Moment You Can't Get Out Of
Unknown Caller
The Unforgettable Fire
City Of Blinding Lights
Vertigo
I'll Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight (Dance Remix)
Sunday Bloody Sunday /
Rock The Casbah (Extract)
Pride
MLK
Walk On / You'll Never Walk Alone
Where The Streets Have No Name
One
Ultra Violet (Light My Way)
With Or Without You
Moment Of Surrender

 

Rock-Tempel

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Auf der A 31 Richtung Heimat sprang mir gestern ein braunes Autobahn-Wegweiser-Schild ins Auge und "empfahl" einen Abstecher nach Gronau, wo das "Rock´n Pop-Museum" mit einem Besuch lockte. Von dem Rock-Tempel hatte ich schon mal irgendwo gelesen und so nahm ich die 6 Kilometer Umweg gern in Kauf. In Gronau stand übrigens auch die Wiege von "Uns Udo" (Lindenberg nicht Jürgens!), der dem Museum wohl auch etwas Starthilfe gab. Leider scheiterte der Besuch dann am doch recht stolzen Eintrittsgeld (11 Euro), die sich in meiner geplünderten Geldbörse nicht mehr auftrieben ließen. Doch die schmucke Fassade (Foto) machte schon Lust auf mehr. So werde ich mal in der kommenden Woche einen neuen Anlauf wagen und hier ggf. berichten.

 

Farewell to the King

Jetzt tobt die Schlacht der Boulevard-Blätter schon seit Tagen in vollem Ausmaß - doch so richtig "angekommen" ist die Nachricht irgendwie nicht bei mir. Jacko ist tot. Der King of Pop hat abgedankt. Für immer. Gerechnet haben wir wohl alle damit. Irgendwann. Aber trotzdem kommt die Nachricht doch irgendwie überraschend. Nun bin ich zugegebenermaßen nie ein euphorischer Anhänger von MJ gewesen, erst recht nicht in den vergangenen Jahren, als mir das Leben des Mega-Stars immer bizarrer und grotesker erschien. Doch heute (an einem lauschigen Sommerabend bei einem Glas Rotwein...) schweifen die Gedanken zurück. In die seligen 80er Jahre. Auf den Pausenhof des Gymnasiums. Dort, wo mir Schulkollege Guido mit leuchtenden Augen von seiner neuesten Errungenschaft erzählte. Einem Album namens "Off the Wall" von einem gewissen Michael Jackson. Zu der Zeit war "Thriller" längst ein vielbeschriener Meilenstein, mit dem ich mich zum damaligen Zeitpunkt zugegebenermaßen noch nicht intensiver befasst hatte. Einzig das Grusel-Video, das nur im Nachtprogramm des NDR gezeigt wurde, war irgendwie (wenn auch nur bruchstückhaft) präsent. Gesehen habe ich dieses Epos erst viel später, und ich denke, auch bei vielen Freunden und Mitschülern, die damit prahlten, Augenzeuge dieser visuellen Horror-Attacke gewesen zu sein, war wohl eher der fromme Wunsch Vater des Gedanken. Doch zurück zu "Off the Wall": am nächsten Tag hielt ich das BASF-C90-Chrome-Tape mit der frisch überspielten Aufnahme in meinen Händen. Cassetten-Kopien - das war unsere Form von "Napster", die einzige Möglichkeit an teure Scheiben zu kommen, die unser schmales Taschengeld-Budget gesprengt hätten. Handschriftlich bekritzelte Cover, im Idealfall schrieb der Kopiermeister ogar noch die genauen Spielzeiten der Titel hinzu. Herrlich. Als das Tape am Nachmittag durchgenudelt war, war ich, gelinde gesagt, etwas enttäuscht. Vielleicht war das alles zu overproduced für mich, zu glatt, zu soft, zu schrill. Doch eines blieb hängen: diese ultra-coole und lange Performance von "Don´t stop till you get enough". Selbst ein eingefleischter Rock-Fan wie ich spürte die besondere Magie und Power, die von diesem Song ausging. Im Verlauf weiterer Tausch-Aktionen und bei späteren Klassen-Fahrten war es dann das Knaller-Album "Bad", das für Furore unter uns Pennälern sorgte. Wobei man sich einer Sache klar sein muss: belächelt hat man ihn immer, diesen schwarz-weißen Giftzwerg mit den durchgeknallten Fantasie-Uniformen und der herrlich Piepsstimme. Doch was seine musikalische Kreativität und Show-Talent anging - die waren über jeden Zweifel erhaben. Zumindest bis zu den frühen 90er Jahren, als sich dann auch ein vermeintlich unfehlbares Genie wie Jacko den ein oder anderen Fehltritt erlaubte. Wenig später habe ich MJ dann aus den Augen bzw. Ohren verloren.

Und jetzt nun die Nachricht von seinem Tod. Ich habe Fans gesehen, die in Interviews davon sprachen, dass mit ihm nun auch ihre Jugend gestorben sei. Ich kann sie gut verstehen. Ein ähnlich einschneidendes Erlebnis habe ich als Queen-Fan mit dem Ableben von Freddie Mercury selbst erfahren. Was in einer solchen Situation tröstet: vielfach ist es erst der Verlust, der deutlich macht, was für ein Talent da für immer gegangen ist. Und leider ist es bei Michael wie bei vielen anderen, die zu früh gegangen sind: sie sind - zumindest für die Plattenfirmen oder Managements - tot mehr wert als lebendig. Kurt Cobain, Michael Hutchence, James Dean, Marilyn Monroe sind wohl die bekanntesten Beispiele dafür.

Am Dienstag heißt es endgültig Abschied nehmen vom "King of Pop". Standesgemäß wird dieser Abschied mit großem Bromborium gefeiert. Ob der Mensch Michael Jackson diesen ganzen Wirbel trotz aller exzentrischen Züge gemocht hätte? Ich bezweifle es. Doch er kann sich nicht wehren und so gerät die Trauerfeier noch einmal zum großen publikumswirksamen Show-Event, eine Totenmesse für einen (im besten Sinne des Wortes) Traumtänzer, wie ihn die Welt wohl so schnell nicht wieder sehen wird. Und vielleicht findet der Ärmste erst jetzt die Ruhe, die ihm in zuletzt nur noch hochdosierte Cocktails ermöglicht haben.

Rest in Peace, King of Pop! Und ich werde jetzt erstmal in meiner alten Holzkiste nach Guidos "Off the Wall"-Tape suchen...

 

It´s a long way to Schalke...

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Der Glöckner von Gelsenkirchen.            Foto: Hanken

...if you want to rock´n roll! 

Auf meiner persönlichen Liste "Bands, die man immer noch einmal live sehen wollte" konnte ich am Sonntag, 17. Mai, wieder mal ein Häkchen machen: AC/DC ließen es in Gelsenkirchen krachen. Die Karten schlummerten schon seit Monaten wohlbehütet in meiner persönlichen Bundeslade und jetzt konnte es endlich losgehen. Mit Jan, Bee und Dietmar fanden sich schnell fanatische Gleichgesinnte, denen allein der Name AC/DC ein seltsam irres Flackern in die Augen zauberte. Und so verwandelte sich mein alter Volvo in einen "Rock´n Roll Train", der unaufhaltsam auf den Ostfriesen-Spieß seinem Ziel entgegendonnerte - die Veltins Arena!

Das Phänomen der Aussie-Rocker ist schwer zu beschreiben. Doch wenn sich gestandene Familienväter blinkende Hörner aufsetzen und in Schuluniformen zwängen, dann zeigt sich deutlich: diese Band übt eine magische Faszination auf ihre Fans aus - und die ist auch nach über drei Dekaden ungebrochen.

Zum Konzert: Zwei Stunden Volldampf-Rock immer mitten auf die Zwölf! Wo andere Mega-Bands spätestens nach einer Stunde einknicken und ihre Pflicht-Ballade abspulen, um Luft zu holen, kennen Angus und Co. keine Gnade und packen Hit auf Hit. "Back in Black", "Thunderstruck", "The Jack", aber auch die Tracks vom neuen Album wie "Anything Goes" und "Big Jack" sind live echte Granaten.

In puncto Show setzen AC/DC nach wie vor Maßstäbe. Wenn sich nach dem witzigen Cartoon-Intro ein riesiger Modell-Zug seinen Weg durch die Bühnenwand "bahnt" und wenn Rosie, der fleischgewordene Männer-Mord, zum Ritt auf dem "Rock´n Roll-Train" ansetzt, dann bleibt einfach die Spucke weg. Natürlich dürfen auch Standards wie der donnernde Kanonen-Salut bei "For those about to rock" oder die Höllen-Bimmel bei "Hells Bells" nicht fehlen. Ob in Musik oder Show: AC/DC bieten ihren Fans das, was sie wollen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist aber vor allem die Show von Angus Young. Unfassbar, was der Mann da mit beinahe 60 Lenzen an Laufpensum abspult. Wie ein Derwisch fegt er über das Bühnen-Monster, schwitzt und schrammelt sich durch die Songs. Keine Frage: der "Rock´n Roll-Train" läuft auch nach 35 Jahren noch wie geschmiert. Ins Holpern geriet dagegen der ein oder andere Fan, der bierselig durch die Menge wankte und vielleicht gerade mal noch "Thunderstruck" gehört hat - bis er ebendiesen bekam. Bei Ticketpreisen von über 80 Euro einfach unverständlich...    kah

 
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