It´s a long way to Schalke...

Der Glöckner von Gelsenkirchen. Foto: Hanken
...if you want to rock´n roll!
Auf meiner persönlichen Liste "Bands, die man immer noch einmal live sehen wollte" konnte ich am Sonntag, 17. Mai, wieder mal ein Häkchen machen: AC/DC ließen es in Gelsenkirchen krachen. Die Karten schlummerten schon seit Monaten wohlbehütet in meiner persönlichen Bundeslade und jetzt konnte es endlich losgehen. Mit Jan, Bee und Dietmar fanden sich schnell fanatische Gleichgesinnte, denen allein der Name AC/DC ein seltsam irres Flackern in die Augen zauberte. Und so verwandelte sich mein alter Volvo in einen "Rock´n Roll Train", der unaufhaltsam auf den Ostfriesen-Spieß seinem Ziel entgegendonnerte - die Veltins Arena!
Das Phänomen der Aussie-Rocker ist schwer zu beschreiben. Doch wenn sich gestandene Familienväter blinkende Hörner aufsetzen und in Schuluniformen zwängen, dann zeigt sich deutlich: diese Band übt eine magische Faszination auf ihre Fans aus - und die ist auch nach über drei Dekaden ungebrochen.
Zum Konzert: Zwei Stunden Volldampf-Rock immer mitten auf die Zwölf! Wo andere Mega-Bands spätestens nach einer Stunde einknicken und ihre Pflicht-Ballade abspulen, um Luft zu holen, kennen Angus und Co. keine Gnade und packen Hit auf Hit. "Back in Black", "Thunderstruck", "The Jack", aber auch die Tracks vom neuen Album wie "Anything Goes" und "Big Jack" sind live echte Granaten.
In puncto Show setzen AC/DC nach wie vor Maßstäbe. Wenn sich nach dem witzigen Cartoon-Intro ein riesiger Modell-Zug seinen Weg durch die Bühnenwand "bahnt" und wenn Rosie, der fleischgewordene Männer-Mord, zum Ritt auf dem "Rock´n Roll-Train" ansetzt, dann bleibt einfach die Spucke weg. Natürlich dürfen auch Standards wie der donnernde Kanonen-Salut bei "For those about to rock" oder die Höllen-Bimmel bei "Hells Bells" nicht fehlen. Ob in Musik oder Show: AC/DC bieten ihren Fans das, was sie wollen - nicht mehr, aber auch nicht weniger. Es ist aber vor allem die Show von Angus Young. Unfassbar, was der Mann da mit beinahe 60 Lenzen an Laufpensum abspult. Wie ein Derwisch fegt er über das Bühnen-Monster, schwitzt und schrammelt sich durch die Songs. Keine Frage: der "Rock´n Roll-Train" läuft auch nach 35 Jahren noch wie geschmiert. Ins Holpern geriet dagegen der ein oder andere Fan, der bierselig durch die Menge wankte und vielleicht gerade mal noch "Thunderstruck" gehört hat - bis er ebendiesen bekam. Bei Ticketpreisen von über 80 Euro einfach unverständlich... kah
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